Hannah en Coruña

XZIQ1524Mein Europäischer Freiwilligendienst in A Coruña, Spanien

Am 2. Oktober 2017 wurde mein Traum endlich wahr: Als frischgebackene Freiwillige durfte ich meine Reise nach Spanien antreten. Eine Reise in eine superaufregende, spannende, aber auch schwierige Zeit, mit vielen neuen Erfarungen, Eindrücken, Aufgaben und Herausforderungen, die es zu bewältigen galt. Nach meiner Projektbeschreibung würde ich in in einer Grundschule arbeiten und dort bei der Planung und Ausführung von Aktivitäten für Kinder und Jugendlichen, sowie Events, die von meiner Aufnahmeorganisation “Asociación Padres Alumnos “XANELA” del CEIP María Pita” organisiert werden, mithelfen. Des Weiteren würde ich die Nachmittagsaktivitäten am Abend unterstützen, den Kindern bei ihren Hausaufgaben helfen und einen Deutschkurs organisieren und ausführen, der sich an Einheimische aus A Coruña richtet. Tolle Aufgaben also, auf die ich mich schon mächtig freute, auch wenn ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, dass einige dieser Aufgaben mich noch ziemlich herausfordern würden.

In der Grundschule selbst, helfe ich zunächst im “comedor”, dem Mensaraum für die Kinder. Dort bekommen die Schüler ihr Mittagessen, das aus drei Gängen besteht und jedem Kind einzeln gebracht wird. Dies ist eine sehr aufwändige Arbeit, weshalb  wir an manchen Tagen bis zu 11 Betreuer sind, die sich um die Kinder kümmern, ihnen das Essen bringen, Tische decken und abräumen und die Pausenaufsicht organisieren. Meistens helfe ich, die kleineren Kinder, die zwischen 3 und 4 Jahren sind, zu füttern, zu animieren und Sorge dafür, dass sie konzentriert essen. Nach der darauffolgenden Pause, beginnen die Nachmittagsaktivitäten. Diese variieren von sportlichen Aktivitäten wie Tanzen, Judo, Rollschuhfahren, über Kochen und Bildende Kunst bis hin zu sprachlichen und Lernaktivitäten wie Informatik oder Englischkursen. Zu Beginn des Projektes durfte ich mir aussuchen, bei welchen Aktivitäten ich mitwirken möchte. Ich entschied mich für “English and Play”, einem Englischkurs, in dem die Kinder spielerisch Englisch lernen. Darüber hinaus unterstützte ich anfangs ab und zu auch die Aktivitäten Leichtatlethik und Kochen. Dies hat mir jedoch nicht so viel Spaß gemacht, da die Kinder vor allem auf den Hauptbetreuer fixiert waren und ich als Helfer keinen Einfluss auf Organisation, Planung und Durchführung der Aktivitäten hatte und ich mich damit leider etwas unnützlich vorkam. Aus diesem Grund entschied ich mich, nur noch bei “English and Play” mitzuhelfen, wo ich jeder Zeit meine eigenen Ideen und Vorschläge für die Unterrichtsgestaltung einbringen und die andere Betreuerin dabei unterstützen darf, ihre Aufgaben auszuführen. Meistens spielen wir mit den Kindern englische Spiele, singen gemeinsam oder tanzen zu englischer Musik. Dies macht mir großen Spaß, vorallem wenn alle begeistert mitmachen und man merken kann, dass die Kinder ganz in ihrem Element aufgehen. Dennoch ist es teilweise aber auch wirklich anstrengend, da der große Altersunterschied der Kinder es erschwert, passende Spiele und Aufgaben zu finden. Des Weiteren machen sie (wie Kinder halt sind ;))  sehr viel Unsinn, haben wenig Respekt gegenüber uns Betreuern, sind sturköpfig und wollen nicht Englisch sprechen. Es fällt mir manchmal schwer, in schwierigen Situationen richtig zu reagieren, doch jedes mal lerne ich etwas neues dazu und sammel Erfahrungen, die mir helfen, das Verhalten der Kinder besser zu verstehen und richtig damit umzugehen. Im Allgemeinen braucht man sehr viel Ausdauervermögen, Geduld, Ruhe und Einfühlungsvermögen, um bei den Kindern Erfolg zu haben.

Ferner, zusätzlich zu der Nachmittagsaktivitt “English and Play”, helfe ich auch noch bei der Englischnachhilfe einzelner Schüler. Gemeinsam mit einer weiteren Betreuerin helfen wir bei Hausaufgaben, lesen englische Bücher und Geschichten, Spielen spiele, lernen Vocabeln und unterstützen die Kinder gezielt bei der Klausurenvorbereitung. Diese Stunden machen mir sehr viel Spaß, da die meisten Schüler sehr interessiert und konzentriert sind, ich mit jeder weiteren Stunde kleine Fortschritte bemerke und wirklich das Gefühl habe, eine Hilfe zu sein und die Kinder weiterbringen zu können. Manchmal bin ich auch alleine für einzelne Schüler zuständig, was mir sehr gut gefällt, da ich frei in der Lerngestaltung bin, Verantortung übernehmen kann und die Konzentration der Kinder ganz bei mir liegt.

Neben der Arbeit in der Grundschule, unterstütze ich darüber hinaus auch meine koordinierende Organistion “Muxelka” durch verschiedenste Aufgaben. Um die Publizität Muxelkas und des Europäische Freiwilligendienstes in A Coruña zu vergrößern, hielten andere Freiwillige Muxelkas und ich eine Präsentation vor spanischen Abiturienten, über das Programm “EFD und Erasmus+” sowie über unsere Erfahrungen, die wir bis jetzt in unseren Projekten gemacht haben. Des Weiteren gebe ich im Namen Muxelkas auch Deutschunterricht für lokale Einheimische, um im Sinne des Europäischen Freiwilligendienstes den interkulturellen Sprachaustausch und Spracherwerb zu fördern. Zu Beginn war die Vorbereitung, Organisation und Durchführung des Deutschkurses eine große Herausforderung für mich, da ich bis zu diesem Zeitpunkt noch keinerlei Erfahrung in den Bereichen Lehren und Unterrichten hatte. Mir bereitete es Schwierigkeiten, eine gute und abwechslungsreiche Unterrichtsstunde zu planen, passende Aufgaben auszuwählen, die benötigte Zeit für die Bearbeitung der Aufgaben einzuschätzen und selbstbewusst vor den Kursteilnehmern zu stehen. Da mein Deutschkurs sich an Deutschanfänger richtet, muss ich ihn größenteils auf Spanisch halten, was eine zusätzliche Herausforderung für mich darstellte. Dies verbesserte sich jedoch schnell, da ich mit jeder Deutschstunde neue Erfahrungen sammelte, meine Unterrichtsgestaltung verbessern konnte, ich selbstsicherer wurde und sich allgemein eine Routine einspielte, die mir das Gefühl von Aufregung und Nervosität nahm. Nun ist es sogar so, dass ich mich auf die Deutschstunden freue, es wirklich Spaß macht mit meinen Schülern zusammenzuarbeiten, ihnen etwas beizubrigen und wir jedes Mal eine lustige Zeit zusammen haben.

Zu letzt ist noch hinzuzufügen, dass ich seit neustem auch noch weitere Aufgaben innerhalb meiner koordinierenden Organisation “Muxelka” übernehme. Da ich leider nicht so glücklich mit der Arbeit mit den Kindern war, darf ich nun anstatt einigen Pausenaufsichten und der Nachmittagsaktivitäten Kochen und Leichtatlehtik andere, administrative Aufgaben für Muxelka erfüllen. In dieser Zeit, arbeite ich von meinem Laptop von zu Hause aus, kontaktiere deutsche Organisationen im Ausland, übersetzte Text von Englisch oder Spanisch ins Deutsche, verwalte die Instagramseite von Muxelka und erldige weitere Kleinigkeiten, die mir meine Tutorin “Anastazja” aufträgt. Diese Arbeit macht mir einen rießen Spaß und ist eine super Abwechslung zu der Arbeit in der Schule.  Im Allgemeinen, bin ich einfach super glücklich hier, in meinem Projekt, mit der großen Vielfältigkeit meiner Aufgaben , aber auch mit der Umgebung, meiner Unterkunft, meinen Mitbewohnern, und natürlichen der  super Betreuung durch Anastazja und der Organisation Muxelka vor Ort sowie der tollen Unterstützung durch Mareike und VIA e.V. von daheim.

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